Schlagwort: Staatsanleihen

Starks Rückzug ist Chance für Europa

12. September 2011  Presseerklärungen
megafon

Michael Schlecht, Chefvolkswirt der Bundestagsfraktion DIE LINKE und Mitglied des Parteivorstands der LINKEN, kommentiert die Rückzugsankündigung von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark:

Mit Jürgen Stark geht ein geldpolitischer Hardliner von Bord. Starks Rückzug ist ein schwerer Schlag für die Kanzlerin. Die Finanzlobby verliert einen treuen Freund in der Führungsetage der EZB. Für Europa ist Starks Rückzug eine Chance. Es gibt jetzt Hoffnung, dass sich bei der EZB die Verfechter pragmatischer Krisenbekämpfungsstrategien durchsetzen. Ganzen Beitrag lesen »

Kommentar: Euro-Anleihen – Sofortmaßnahme zur Rettung des Euro

07. Dezember 2010  Kommentare

Die von Italien und Luxemburg geforderten Euro-Anleihen “bringen Schäuble in Rage”. Merkel sagt mal wieder schlicht “No”. Und die Österreicher wehren sich dagegen, dass die vermeintlichen deutschsprachigen Musterschüler für die “unsoliden Europäer” einstehen sollen.

Dabei könnte man mit Euro-Anleihen den Spekulanten ein Schnippchen schlagen. Alle Eurostaaten würden ihre Staatsschulden mit gemeinsam ausgegebenen Anleihen finanzieren. Alle Staaten haften für alle Schulden. Es gäbe dann auch keine länderspezifischen Zinssätze mehr, die die Spekulanten hochtreiben können. Die Zinsen für Euro-Anleihen lägen dann deutlich niedriger als diejenigen, die heute Griechenland, Portugal, Spanien und andere zahlen müssen. Sicher: Die Zinsen lägen geringfügig höher als die heutigen für Bundesanleihen.

Aber daran führt kein Weg vorbei, wenn der Euro gerettet werden soll. Geschieht nichts, so ist die Gefahr groß, dass demnächst Portugal, Spanien und weitere Länder in die Ecke spekuliert werden. Wenn die Zinsen von den Spekulanten nur hoch genug getrieben werden, können sie jeden Staat in die Pleite oder unter den Euro-Schutzschirm treiben. Und das wird letztlich auch für Deutschland teurer – mit dem Zerplatzen des Euro droht gar eine Katastrophe. Ganzen Beitrag lesen »

Euro schützen: Zocker zur Kasse bitten und Spekulanten entwaffnen

10. Mai 2010  Presseerklärungen

“Statt Profiteure der Finanzkrise zur Kasse zu bitten, haben sich die EU-Staaten mit Bankenrettungen und Konjunkturprogrammen massiv verschuldet”, kommentiert Michael Schlecht, Chefvolkswirt der Fraktion DIE LINKE, das Rettungspaket von über 700 Milliarden Euro, das die EU-Finanzminister in der Nacht zu Montag im Kampf gegen Spekulanten geschnürt haben. Schlecht weiter:

„Diese Verschuldung muss zurückgeführt werden. Wir brauchen einen EU-weiten hair cut bei den Staatsanleihen, eine Besteuerung großer Vermögen und die Entwaffnung der Spekulanten. Jetzt muss die EU mit einer Flut an Krediten Merkels Flächenbrand löschen, den sie durch ihr langes Zögern verursacht hat. Eine schnellere Entscheidung für eine Hilfe Griechenlands hätte die Risiken für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler erheblich reduziert.

Es ist begrüßen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) endlich der Forderung der LINKEN entspricht und Euro-Staaten, ohne Umweg über private Banken, Kredite gewährt. Jetzt muss Merkel auch ihren Widerstand gegen Euro-Anleihen aufgeben, um die Wucherzinsen der Spekulanten zu drücken. Notwendig ist zudem ein Verbot von Credit Default Swaps sowie von Leerverkäufen, um die Zocker endlich zu entwaffnen.“

EZB muss Staatsanleihen kaufen

06. Mai 2010  Presseerklärungen

“Europa muss die Spekulanten endlich an die Kette legen”, kommentiert Michael Schlecht die heutige Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) und fordert den Kauf von Staatsanleihen durch die EZB. Der Chefvolkswirt der Fraktion DIE LINKE weiter:

“Banken leihen sich billiges Geld bei der EZB und verleihen es zu Wucherzinsen an Euro-Staaten. Der Vorsitzende der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Jochen Sanio, spricht von einem Angriffskrieg der Spekulanten. Daher unterstützt DIE LINKE den Vorschlag des DGB, dass sich Staaten direkt bei der EZB Geld leihen können.

Die EZB muss Staatsanleihen notleidender Währungspartner kaufen, um die Zinsen zu drücken. Dies ist in den USA und dem Vereinigten Königreich gängige Praxis. Ein Aufkauf von Staatsanleihen über öffentliche Banken wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist laut Art. 123 Abs. 2 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union zulässig. Eine Inflationsgefahr ist angesichts der zweiten Welle der  Wirtschaftskrise abwegig.

DIE LINKE fordert die Bundesregierung zudem auf, die Option einer Zwangsanleihe für private Banken zu Gunsten Griechenlands zu prüfen. Dann haftet Herr Ackermann der mit Kreditausfallversicherungen Kasse macht nicht Lieschen Müller.“

Bundesregierung vertieft Krise des Euro

01. März 2010  Presseerklärungen

„Der Chef der Eurozone, Jean Claude Juncker, hat den Spekulanten sinnbildlich mit Folter gedroht. Die Bundesregierung aber will die Brandstifter zur Feuerwehr machen“, kommentiert der Chefvolkswirt der Fraktion DIE LINKE, Michael Schlecht, die Medienberichte über deutsche Hilfen für Griechenland. Schlecht weiter:

„Kanzlerin Merkel will private Banken überzeugen, griechische Staatsanleihen zu halten. Im Gegenzug soll die Kreditanstalt für Wiederaufbau für Verluste haften. Die Banken sollen an den griechischen Schulden verdienen, während die Allgemeinheit bezahlt. Dabei sind es die Banken, die Griechenland durch Spekulation mit Kreditversicherungen (Credit Default Swaps) und Leerverkäufe von Staatsanleihen in die Knie zwingen.

DIE LINKE unterstützt die Forderung des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph Stiglitz nach einem Kauf griechischer Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank. Griechenland kann sich so günstiger refinanzieren und die Macht der Spekulanten wird gebrochen.“