Schlagwort: Frühjahrsgutachten

Aufschwung der miesen Jobs

07. April 2011  Presseerklärungen

Die Bundesregierung feiert Eitel Sonnenschein, aber auf dem Arbeitsmarkt herrscht Eiszeit. Der Aufschwung kühlt ab und hat zudem keine langfristige Perspektive, kommentiert Michael Schlecht das Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute. Das Mitglied des Parteivorstands und Chefvolkswirt der Bundestagsfraktion DIE LINKE weiter:

Das neue Jobwunder ist ein Mix aus statistischen Taschenspielertricks und miesen Jobs. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit läge etwa um 1 Million Beschäftigte höher, allein die Bereinigung der Statistik um Arbeitnehmer/innen über 58 in der Arbeitslosigkeit versteckt über 360 000 Menschen ohne Job. Der Aufschwung ist ein Aufschwung der Leiharbeit und mieser Jobs.

Das Vorkrisenniveau beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist noch nicht wieder erreicht und das Wachstumstempo lässt mit 2,8 Prozent bereits deutlich gegenüber dem Vorjahr nach. Die europaweiten Kürzungspakete werden den Exportmotor zudem abwürgen. Die Schwellenländer können den europäischen Markt noch nicht hinreichend kompensieren.

DIE LINKE fordert daher einen Aufschwung für alle: Dies erfordert eine Ausweitung der öffentlichen Investitionen auf den europäischen Durchschnitt, eine Anhebung von Hartz IV auf 500 Euro und den gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro. Dies wäre u.a. über eine fünfprozentige Millionärssteuer auf Vermögen über 1 Million Euro finanzierbar. Diese Steuer brächte den öffentlichen kassen jährliche Einnahmen von 80 Milliarden Euro.

 

Konjunkturprogramme verlängern

15. April 2010  Presseerklärungen

„Die Wachstumsprognose ist bescheiden und zudem überaus unsicher“, kommentiert Michael Schlecht das Frühjahrsgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute und fordert: „Die Bundesregierung muss ihre Konjunkturprogramme verlängern. Noch besser wäre ein 100-Milliarden-Euro-Zukunftsprogramm für Bildung, Energie, Verkehr und zwei Millionen neue Jobs.“ Der Chefvolkswirt der Fraktion DIE LINKE erklärt weiter:

„Vier große Risiken bedrohen die ohnehin zaghafte Belebung der Wirtschaft: Die Bundesregierung steigt zum Jahresende aus den Konjunkturprogrammen aus. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau warnt vor einer Kreditklemme, weil private Banken mit dem billigen Geld der Zentralbank zocken. Die Binnennachfrage bleibt schwach, weil die Steuerreform Unternehmen und Reiche begünstigt, während selbst die Bundesregierung mit weiter sinkenden Reallöhnen rechnet. Zudem werden die Exporte durch überschuldete Handelspartner wie Griechenland belastet.

DIE LINKE fordert mindestens die Verlängerung des Konjunkturprogramms über 2010 hinaus. Noch besser wären ein Mindestlohn von 10 Euro und ein dauerhaftes Zukunftsprogramm. Die öffentlichen Investitionen in Deutschland müssen wieder auf das Niveau der OECD-Länder aufschließen. Finanzieren lässt sich das unter anderem durch eine Millionärssteuer.“