„Die Causa Sarrazin ist eine Causa Bundesbank“, befindet Michael Schlecht, Chefvolkswirt der Linksfraktion im Bundestag und Parteivorstandsmitglied der LINKEN und fordert eine Unterstellung der Bundesbank unter demokratische Kontrolle. Schlecht erklärt:
Die totale Unabhängigkeit der Bundesbank ist eine Bedrohung der Demokratie. Führende Bundesbanker machen seit Jahren Politik, ohne demokratischer Kontrolle zu unterliegen. Die Palette reicht vom Ruf nach Rentenkürzungen durch Axel Weber bis zu Thilo Sarrazin, der auf Kosten der Steuerzahler an einer politischen Kariere als Rechtspopulist strickt. So etwas ist nicht hinnehmbar.
Konrad Adenauer warnte, die Bundesbank dürfe kein Staat im Staat werden. Die Bundesbank sowie die Europäische Zentralbank sollen ihr operatives Geschäft unabhängig betreiben. Aber die Ziele der Geldpolitik müssen, wie international üblich, demokratisch kontrolliert werden. Demokratisch kontrollierte Zentralbanken wie in den USA, Großbritannien oder Schweden haben mehr Wachstum und Beschäftigung gebracht als Finanzlobbyisten und Rassisten in Vorstandsetagen von Zentralbanken. Bundesbanker sind in Deutschland heiliger als der Papst. Wir fordern die Entlassung von Thilo Sarrazin als Bundesbank-Vorstand und eine demokratische Kontrolle der Zentralbank. Eine Änderung von Artikel 88 des Grundgesetzes sowie der europäischen Verträge ist dafür erforderlich.