Millionäre sollen zahlen
Mannheimer Morgen vom 21.09.2009
„Ackern bis zum letzten Tag“, wollen die Linken bis zur Bundestagswahl am 27. September. Auf dem Lena- Maurer-Platz auf der Schönau warb ihr Mannheimer Kandidat Michael Schlecht (58) am Samstag erneut um Stimmen, bei deftiger Gulaschsuppe und Getränken. Den Millionären in Deutschland will er an den Geldbeutel, diese rund 800 000 Reiche im Land sollen mit einer besonderen Steuer rund 80 Milliarden Euro aus ihren Privatvermögen in die Staatskasse bringen. Und auch wenn die Steuerfahndung in Deutschland effektiver arbeiten könnte, hier auch wirklich alle Planstellen besetzt und die Leute von interessierter Seite nicht immer behindert würden, kämen sicherlich noch einmal zwölf Milliarden zusätzlich zusammen, betonte Michael Schlecht im Gespräch mit den Bürgern. „Auch bei der Verhinderung der Steuerflucht bin ich mir mit Finanzminister Peer Steinbrück durchaus einig, auch wenn man da noch eine Schippe drauflegen könnte“, so der Gewerkschaftssekretär und Chefvolkswirt.
„Konkurrenz belebt das Geschäft“, deshalb sympathisierte ein Schönauer am Biertisch mit Schlecht. Die SPD mit ihrem Sozialabbau habe die Linke doch erst stark gemacht. Eine 71-Jährige beklagte, dass sie mit knapp über 500 Euro Rente leben müsse. Hier plädierte Schlecht für eine Grundsicherung – und Linke-Stadträtin Gudrun Kuch versprach der Seniorin, sich um ihr Anliegen zu kümmern. Nach dem 27. September rechnet Michael Schlecht allerdings mit einer schwarz-gelben Koalition. „43, 44 Prozent reichen wegen der Überhangmandate Union und FDP – und dann wird den Bürgern das Fell über die Ohren gezogen“, warnte er. Eine starke Linke könne dann aber Motor für soziale Gerechtigkeit sein – „und auch für außerparlamentarischen Protest“, so Michael Schlecht.